Oma feiert meinen Geburtstag

Meine Oma hat mich an meinem 30. Geburtstag gerührt. Und das, obwohl wir uns gar nicht gesehen haben. Wie sie mein Leben reicher gemacht hat, liest du hier.

Vor wenigen Tagen habe ich meinen Geburtstag gefeiert. Kein großes Ding – vor allem nicht dieser 30. Geburtstag. Denn schon vor Monaten hatte ich mich dazu entschieden, ihn in Ruhe und einiger Abgeschiedenheit zu verbringen. Gefunden habe ich diese Auszeit an der dänischen Westküste, in einem kleinen Ferienhaus unweit der Dünen. Von hier aus kann man die rauhe Nordsee hören, die salzige Luft riechen und nachts unzählige Sterne beobachten. Von so einem Nachthimmel hat man im fernen Leipzig nur gehört. So alterte ich also genau so, wie es mir vorgestellt habe. Mit meinem Freund, weit weg vom Alltag mit seinen Sorgen, aber auch weit weg von meiner Familie und meinen Freunden.

Heute, einige Tage nach meinem Geburtstag, habe ich mit meiner Mutter telefoniert. Wir erzählten vom Urlaub, von Alltagssorgen und meiner Oma. Am Nachmittag meines Geburtstages hat sie eine kleine Kaffeetafel gedeckt und meine Eltern zu sich eingeladen. Auf dem Tisch standen nicht nur frischer Kuchen und Kaffeetassen, sondern zwischen einem alten Zuckerdöschen und dem Milchkännchen auch ein Bild von mir. Sie wollte meinen Geburtstag feiern und mich, obwohl uns beinahe genau 600 Kilometer trennten, irgendwie bei sich haben.

Hätte mir meine Mutter nicht davon erzählt, hätte ich das gar nicht erfahren. Genau das rührt mich noch mehr.

Meine Oma feiert in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag, den ich mit ihr verbringen werde. Im Dänischen wäre sie übrigens meine „Farmor“ – Vaters Mutter. Jedes Großelternteil hat eine eigene Bezeichnung.

 

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